Tagesrückblick: Freitag, 8. März 2019

Samstag 9. März 2019

Ein letztes Mal gab´s leckeres gratis Essen aus Lebensmitteln vom Vortag. Wie immer war bald alles aufgegessen bis auf den letzten Apfel. Parallel konnte man an der ZHAW in der Mittagspause seinen Seelen-Hunger im Freien stillen und nach tiefem Durchatmen entspannt in die zweite Tageshälfte starten. An der UZH konnte der Frage nachgegangen werden, wie der Flugverkehr zukünftig ausgebremst werden kann. Vor allem auf ein Ende der Wettbewerbsvorteile kommt es an, waren sich Umverkehr und die SP einig.

Am Nachmittag setzte auch die Velosause ein Zeichen für die Mobilitätswende. Mit Musik und guter Laune bewegte sich die Bunte-Velo Menge von der Polyterasse quer durch die Stadt bis zur Hardturmbrache. Sich kreativ Gehör zu verschaffen bei nationalen Politikern, darum ging es auch an der ETH im Zentrum. In einem Workshop konnten Techniken erlernt werden, um sein Anliegen in die Schweizer Politik einzubringen.

Um Ernährung drehten sich parallel dazu gleich zwei Veranstaltungen: Beim ausgebuchten Fermentier-Workshop im Toni-Arial gings ans Eingemachte. Gemüse von Grasrooted fand sich kurzer Hand in mitgebrachten Marmeladengläsern wieder. Bald gibt´s Sauerkraut, Kimchi und Pickles! Welchen Beitrag eine vegane Ernährung zu Gesundheit, Tierwohl und Nachhaltigkeit leistet, erfuhren mehr als 50 Interessierte am späten Nachmittag von swissveg und der Veganen Gesellschaft Schweiz. Eindrücklich wurde dabei vor Augen geführt, dass die eigene Essgewohnheit keine Privatsache ist, sondern eine gesellschaftliche und politische Dimension mit sich bringt.

Am frühen Abend konnten auch internationale Studierende auf dem Hönggerberg von der Nachhaltigkeitswoche profitieren: Aus alt bau neu – Wie Architekten mit alten Bauteilen eine ehemalige Industriehalle in Winterthur auf Vordermann bringen, stellte das Baubüro in situ rund 30 Menschen in englischer Sprache vor. Mit viel Kreativität gelang es u.a. Granitplatten, Stahlträger, Fassadenelemente aus Aluminium und Isoliermaterial aus früheren Gebäuden wieder zu verwenden.

Mehr als 100 Zuhörer gewannen am späteren Abend an der Uni Zürich Durchblick in der komplexen Thematik der Klimaflucht. Dabei wurde zweifelsfrei deutlich: Es wird höchste Zeit, Klimaflüchtende anzuerkennen! Nichts desto trotz waren sich alle einig, dass ein Hauptaugenmerk auf der Ursachenbekämpfung liegen muss. Mehr als 200 Menschen wollten der Bitterkeit, welche die Klimakatastrophe mit sich bringt, entfliehen und fanden Asyl im Dynamo. Hier wurde der Abend mit Humor und Unterhaltung beschlossen. Der Improgruppe HDTV gelang es Plastik, Seepferdchen, Schnecken und Bären in den nachhaltigen Schnürsenkel aus Kamelhaar einzubinden und trug so zum Erhalt der humoristischen Artenvielfalt bei.

Text von Philipp Markus