Tagesrückblick: Samstag, 9. März 2019

Sonntag 10. März 2019

Die siebte Zürcher Nachhaltigkeitswoche schloss mit einem Feuerwerk. Auf dem Programm standen Ausflüge in die Landwirtschaft, Einblicke in neuartige Wohnformen und eine Abschlussparty, deren einziges Ziel darin bestand, dass alle Beteiligten sich nachhaltig an die Woche und an die Party erinnern werden. Der letzte Tag dieser Nachhaltigkeitswoche begann mit dem Gackern der Hühner auf dem Hof Narr. Sie haben sich das Frühaufstehen angewöhnt, auch wenn sie es nicht müssten. Auf dem Hof Narr sind sie nämlich frei und können tun und lassen, was sie möchten. Doch mehr zu ihnen nach dem Mittagessen.

Zuerst empfing uns nämlich die Giesserei, eine Siedlung in Oberwinterthur, direkt beim Eulachpark. Die Siedlung musste aus so vielen Gründen zum diesjährigen Programm der Nachhaltigkeitswoche gehören: Sie hat sich umfassende Nachhaltigkeit ins Pflichtenheft geschrieben und fällt neben dem nachhaltigen Bau und der darin gepflegten ressourcenschonenden Lebensweise vorderhand mit einem interessanten Konzept des Zusammenlebens auf. Wo früher die Öfen der Sulzer-Grossgiesserei dampften, gehen jetzt Jung und Alt ein und aus. Der Wohnkomplex wird vollständig von Anwohnerinnen und Anwohnern allen Alters selbstverwaltet.

Fast gleichzeitig empfingen Jeannine und Lukas Puijenbroek Gartenbegeisterte zu einer Hofführung im Gemeinschaftsgarten Minga. Im Garten wächst im Verlaufe des Jahres eine bunte Vielfalt von Nutzpflanzen und Unkraut ganz ohne Beigabe von Düngemitteln oder Pestiziden. Die Exkursion wurde mit einem superben Mittagessen abgeschlossen. Leander Dalbert von Boimig.ch lud zu einem veganen über dem Feuer. Den hungrigen Besucher*innen stieg der Duft ausgefallener, über den Flammen bruzelnder Kreationen in die Nasen.

Zum nächsten Event lockte ein Apéro und die Antwort auf die Frage, wie man auf kleinster Wohnfläche grossartig zusammenleben kann. Tilla, ein kleines in Holz gefasstes Haus auf einem Lastwagenanhänger, gab Antworten. In Gesprächen konnten die Besucher*innen von der Besitzerin und dem Besitzer des Tiny house viele persönliche Details zum Leben auf dreiunddreissig Quadratmetern erfahren.

Der letzte Event dieser so abwechslungsreichen wie reichhaltigen Nachhaltigkeitswoche schloss mit den oben angesprochenen freien Hühnern. Sie leben mit Pferden, Kühen, Schweinen, Ziegen und ganz viel Kleinvieh auf dem Hof Narr. Sogenannte Närrinnen und Narren haben sie vor einem Leben in Massentierhaltung oder vor einem Ende im Topf gerettet und lassen sie auf dem Hof den Rest ihres Lebens verbringen. Da sind etwa die Truten Hailey, Bubu und Lululita, die ihre nackten Hälse mit viel Neugierde überall hinstrecken, was neu für sie ist. Sie teilen diese Neugierde mit den Besucher*innen der diesjährigen Nachhaltigkeitswoche. Auch sie waren auf der Suche nach dem Neuen. Nach neuen Ideen, Projekten und Lösungen zu verschiedenen Gebieten, in denen Nachhaltigkeit wichtig ist. Und sie sind an dieser ausgezeichneten Nachhaltigkeitswoche fündig geworden. Darauf musste bei der abschliessenden Nachhaltigkeitsparty im Mehrspur angestossen werden!

Text von Matthias Fischli