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Tagesrückblick: Mittwoch, 7. März 2018

Donnerstag 8. März 2018

Der 3. Tag der Nachhaltigkeitswoche begann bereits um 10:30 Uhr an der PHZH. Ein feiner, feuriger Zmittag wurde zubereitet und unter dem Motto „Cocinar, disfrutar y llegar a conocerse – kochend Südamerika kennenlernen“ konnte den Teilnehmenden südamerikanische Kultur und Küche vermittelt werden. Es geht nämlich auch ohne in ein Flugzeug steigen zu müssen: Ein kultureller Austausch mit selbst zubereiteten Speisen aus Peru und Venezuela wurden lateinamerikanische Gefühle freigesetzt. Nebst diesem Kochworkshop gab es auch heute wieder ein Foodwaste Zmittag. Nach dem dieser Event am Montag an der ETH und gestern an der UZH stattfand, fanden die eigentlich schon für den Müll bestimmten Essensresten doch noch in einen hungrigen Magen.

Währenddessen fand an der ZHdK ein Kleidertausch statt. Von Hosen zu Shirts, Jacken bis zu Schuhen konnte man all jene Kleidungsstücke bringen, die einem nicht mehr gefielen oder einfach nicht mehr passten. So verwandelte sich die Kaskadenhalle in einen Kleidermarkt und ausgemistete Kleider fanden in den Besitz von neuen Träger/innen. Weg von Fast Fashion war das Motto. Anstatt die Lebensdauer eines Kleidungsstücks kurz zu halten, wird beim Kleidertausch hier auf einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit Textilen gesetzt!

Zwei der Vorträge am Nachmittag behandelten das Thema Reisen. Einerseits referierten Günther Spitzenhofer und Nina Sahdeva an der UZH bei der Veranstaltung „Vom Backpacker zum Globetrottel“. Es wurde diskutiert, wie sich der Tourismus aber auch der/die Backpacker/in über die Jahre verändert hat. Die soziale Komponente der Nachhaltigkeit kommt leider vielfach zu kurz: Die Tourismusindustrie liegt grösstenteils in den Händen grosser Investoren und nicht bei der lokalen Bevölkerung. Andererseits gab Vivian Frick einen spannenden Input zu Kognitiver Dissonanz und Psychologie im Umweltschutz. In kleineren Gruppen wurden Lösungsvorschläge für verschiedene Bereiche der Kognitiven Dissonanz anhand vom Beispiel Fliegen erarbeitet. Die beiden Vorträge regten auf jeden Fall dazu an, das eigene Reisen kritisch zu hinterfragen.

Der Vortrag über Degrowth, also über die Loslösung der Gesellschaft von einer wachstumsorientierten Wirtschaft, wurde zum einen aus politischer, andererseits aus erziehungswissenschaftlicher Sicht und schliesslich mit einem praktischem Beispiel dargelegt. Die drei Referenten waren sich einig, dass ein Umdenken, über das heutige Wirtschaftssystem hinaus, stattfinden muss!

Der Tag wurde abgeschlossen mit der Podiumsdiskussion zu der Frage „Wie viel Ungleichheit verträgt eine Gesellschaft?“. Dabei führten vier Podiumsteilnehmer ihre Ansichten zur Ungleichheit aus und diskutierten die demokratischen und sozialen Probleme die sich aus dieser Ungleichheit ergeben. Spannende Inputs zur Ungleichheit innerhalb der Schweiz, aber auch weltweit gesehen wurden ausgeführt. Mattea Meyer, SP Nationalrätin, führte folgendes Beispiel aus: Unternehmen, die ursprünglich aus Schwellenländern kommen, verlagern ihre Sitze aus Steuergründen in die Schweiz. Dadurch wird eine Menge an Kapital aus diesen Ländern abgezogen und die lokale Bevölkerung kann nicht von dem Erfolg der Unternehmen profitieren.

Text von Fabienne Ramer